Kind in Diagnostik

Die Geschichte hinter KiD

Als ich 1985 in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeitete, lernte ich den leitenden Psychiater Dr. Eugen Jungjohann kennen, der schon früh bei seiner Arbeit mit den Kindern realisiert hatte, dass Gewalterfahrung ein in sich krank machender Faktor ist und einer besonderen Diagnostik bedarf. 1988 gründete er die erste ärztliche Kinderschutzambulanz am Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf, und ich hatte die Möglichkeit, diese mit aufzubauen. Im Laufe der Jahre wurde mir klar, dass ambulante Diagnostik oft an Grenzen stieß. Es fehlte ein „sicherer Ort“, der es den Kindern nicht nur ermöglichte, über ihre erlebte Gewalt zu reden, sondern sie zusätzlich vor weiterer familialer Gewalt schützte und sie im Alltag begleitete. Aus diesen Erfahrungen resultierten dann die Gründung der ersten stationären Diagnostikeinrichtung für gewaltgeschädigte Kinder, Kind in Düsseldorf (KiD) in 1994, und das damit verbundene KiD Konzept, welches bis heute fortlaufend weiterentwickelt wurde und mit der Gründung von KiD Kind in Diagnostik seine Fortsetzung gefunden hat.

Als Ende der 90er Jahre die ersten Ergebnisse aus der Traumaforschung und neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung zur Wirkung von Gewalt bekannt wurden, bestätigten diese unser aus der Praxis heraus entwickeltes Konzept.

KiD Kind in Diagnostik möchte die Versorgung von traumatisierten Kindern nachhaltig verbessern. Dies umfasst vornehmlich die spezifische Diagnostik, die diese Kinder benötigen, sowie die daraus resultierenden Empfehlungen für Anschlussmaßnahmen.

Ein Schwerpunkt soll sein, neue KiD-Häuser in den verschiedenen Bundesländern mit aufbauen zu helfen, die sich dieser anspruchsvollen Aufgabe stellen. Dabei greift KiD Kind in Diagnostik auf seine langjährige Erfahrung aus Düsseldorf zurück und stellt sein bewährtes Knowhow zur Verfügung, um geeignete Träger zu finden, die jeweiligen Einrichtungen zu beraten, das Personal zu schulen, zu helfen, ein geeignetes Krisenmanagement aufzubauen, Kooperationspartner fortzubilden etc. Das macht Sinn und ist ein Gewinn für alle, besonders für die betroffenen Kinder und Familien.

Durch meine Ernennung zum Ashoka Fellow 2011 habe ich viel Zuspruch und wertvolle Unterstützung erhalten, die es mir nun ermöglicht, mit der Gründung dieser gemeinnützigen GmbH eine Plattform zu bilden, mit deren Hilfe ich Gelder akquirieren und so zusammen mit einem kompetenten Team die wertvollen Erfahrungen bündeln, weitergeben und weiterentwickeln kann. Meine Erfahrungen mit den ersten nach diesem Prinzip bereits gegründeten Häusern haben gezeigt, dass dies funktioniert. Wir müssen den Kindern und ihren Familien mit dem Herzen zuhören und mit Sachverstand weiterhelfen. Das geht aber nur, wenn wir interdisziplinär gut zusammenarbeiten und uns aller Facetten dieser komplexen Arbeit annehmen.

Dabei sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Folgen familialer Gewalt neben dem individuellen Leid auch einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten, wie die Studie von Fearon und Hoeffler sowie die KiD-Studie von Prof. Dr. Beckmann (siehe unter Konzept / Wirkung) eindrucksvoll belegen.

Claus Gollmann

INTERESSE AN KOOPERATION UND UNTERSTÜTZUNG?

Als Spender:innen können Sie uns helfen, vielen Albträumen ein Ende zu bereiten. Finanzielle Mittel werden dringend gebraucht und jede Investition sorgsam geprüft. Schließlich geht es darum, Maßnahmen mit hohem Nutzwert zu unterstützen.

Sie können sowohl die konkrete Arbeit unserer gemeinnützigen Dachorganisation unterstützen als auch zweckgebunden Maßnahmen für einzelne KiD Häuser etc. Bitte sprechen Sie uns an!